Aufgaben

Gesuche für Krankheitskosten

Stiftungen finden, die Privatpersonen bei Franchise, Selbstbehalt oder Spitalkostenbeitrag unterstützen — und pro Stelle ein versandfertiges Gesuch. Die Arbeit liegt hier weniger im Formulieren als im Nachrechnen.

Kurzfassung

  • Zip: gesuch-krankheitskosten.zip herunterladen.
  • Worum es geht: Behandlungskosten und Kostenbeteiligung. Offene Prämien sind etwas anderes — die meisten Fonds schliessen sie aus.
  • Gesucht wird nur, wer an Privatpersonen vergibt. Stiftungen, die Organisationen, Projekte oder Forschung fördern, sortiert Claude aus.
  • Du besorgst: Leistungsabrechnung, Rechnung, Policen, Steuerunterlagen, Kontoauszüge mit Stichtag, Einkommensnachweise. Das ist der grösste Teil der Arbeit.
  • Vor dem ersten Gesuch führt Claude dich durch die vorrangigen Stellen. Stiftungen setzen diese Wege als ausgeschöpft voraus.
  • Diese Seite ersetzt keine Schulden- oder Rechtsberatung. Lokale Töpfe kennt der Sozialdienst, nicht das Internet.

Die Unterscheidung, an der alles hängt

Stiftungen trennen strikt zwischen zwei Dingen:

Behandlungskosten und Kostenbeteiligung

Franchise, Selbstbehalt, Spitalkostenbeitrag von CHF 15 pro Tag, nicht gedeckte Leistungen. Ein starker Antrag, weil eine konkrete Rechnung dahintersteht.

Offene Prämien

Gelten als Sache der Prämienverbilligung. Mehrere Fonds schliessen sie ausdrücklich aus. Wer beides hat, stellt die Behandlungsrechnung nach vorne und nennt Prämien höchstens nachrangig.

Was Claude am Anfang tut

Bevor irgendein Text entsteht, liest er die Zahlen aus den Belegen — er schätzt sie nicht. Die Leistungsabrechnung der Krankenkasse führt Franchise, Selbstbehalt und Spitalkostenbeitrag getrennt auf; das landet in 2_Arbeitsstand/kennzahlen.md: Posten, Betrag, Beleg, offen oder bezahlt.

Das ist keine Pedanterie. Jede spätere Betragsänderung zieht alle Briefe, alle Formulare und die Übersicht nach sich.

Erinnerte Beträge weichen regelmässig ab. Stimmt deine Angabe nicht mit dem Beleg überein, zeigt Claude Zeile, Beleg und die möglichen Lesarten nebeneinander und fragt — statt still zu korrigieren oder deine mündliche Angabe zu übernehmen.

Ebenso geprüft wird das Budget: Prämien gegen die Policen, Einkommen gegen die Abrechnungen, und kein Posten doppelt. Die Kostenbeteiligung steht leicht zweimal drin — als eigene Zeile und nochmals in einem Gesamtbetrag.

Vorrangige Stellen zuerst

Stiftungen setzen voraus, dass diese Wege ausgeschöpft sind. Claude nennt sie mit Frist und hält jede Antwort fest:

StelleZu beachten
Prämienverbilligung bei der kantonalen SVAFrist oft 31.03. Senkt nur künftige Prämien, tilgt keine offene Rechnung.
Kantonale WinterhilfeDirektgesuch, eigenes Formular, zahlt an den Gläubiger.
Gemeinde und SozialberatungTermin nötig. Mehrere Stiftungen bevorzugen Gesuche über eine Fachstelle.
Steuern: Raten, Stundung oder ErlassMuss vor Einleitung des Bezugsverfahrens kommen. Danach wird abgewiesen.
Ratenzahlung beim RechnungsstellerEinfach anfragen. Kostet nichts und wirkt im Gesuch.

Frag bei jeder Absage nach dem Grund und leg sie schriftlich ab. War es die Einkommenshöhe, kommen bei gleichem Dossier dieselben Absagen; war es der Verwendungszweck, lässt sich das umbauen. Ohne diese Information schickst du an jede weitere Stelle denselben Fehler los.

Noch keine Rechnung? Leistungserbringer rechnen oft erst nach Abschluss der Behandlung ab. Dann fordert Claude eine schriftliche Kostenschätzung oder eine Vereinbarung mit Kostenklausel an — Formulare akzeptieren «Offerte oder Kostenvoranschlag» ausdrücklich. Damit sind die Gesuche sofort entscheidungsreif statt erst Wochen später.

Wie gesucht wird

Welche Stellen in Frage kommen, hängt von Kanton, Gemeinde, Kostenart und persönlicher Lage ab. Darum steht im Ordner keine Namensliste, sondern die Methode.

Nur Stellen, die an Privatpersonen vergeben. Viele gemeinnützige Stiftungen fördern Organisationen, Institutionen, Projekte oder Forschung — auch wenn ihr Zweck Gesundheit oder Armut nennt. Claude nimmt eine Stiftung, einen Fonds oder ein Hilfswerk nur auf, wenn belegt ist, dass sie an Einzelpersonen vergeben: Website oder Merkblatt nennen Gesuche von Einzelpersonen, es gibt ein Formular dafür, oder das kantonale Verzeichnis führt sie so. Fehlt der Beleg, ist die Stelle eine offene Frage, die ein Anruf klärt — kein Treffer.

Zefix nur zum Verifizieren — exakter Name, Sitz, c/o-Adresse, aktuelle Organe. Das Register hat keine Zwecksuche, blockt automatisierte Zugriffe und listet pro Kanton hunderte Stiftungen, von denen die meisten Personalvorsorge-, Familien- oder Unternehmensstiftungen sind.

Und: Ein Zweckartikel, der Einzelpersonen nennt, heisst nicht, dass die Stelle an Einzelpersonen vergibt. Im Zweifel anrufen, bevor ein Dossier rausgeht — ein Telefonat spart einen wertlosen Versand.

Was du besorgen musst

Das Standarddossier, das praktisch alle Stellen verlangen:

Nur wo verlangt: Veranlagungsverfügung, ausführlicher Lebenslauf, Referenzperson mit Telefonnummer und Schweigepflichtentbindung, das Budget-Excel oder das eigene Formular der Stiftung. Ein Betreibungsauszug wird von keiner ausdrücklich verlangt, stärkt das Dossier aber.

Drei Dinge werden regelmässig vergessen, weil sie im normalen Unterlagensatz nicht dabei sind: der Einzahlungsschein, der Lebenslauf und die Referenzperson. Letztere braucht Vorlauf — man fragt niemanden am Vorabend.

Freizügigkeitsguthaben sind rechtlich gebunden und gehören weder ins Gesuch noch in die beigelegten Kontoauszüge.

Was entsteht

2_Arbeitsstand/ kennzahlen.md Posten, Betrag, Beleg, offen oder bezahlt stellen.md eine Zeile je geprüfte Stelle, mit Ausschlussgrund formulare/ Formulare und Merkblätter als PDF gesuch_grundtext.docx der Brief, rund vier Seiten gesuche/ winterhilfe/ gesuch.docx nur Einleitungsabsatz und Beilagenliste weichen ab uebersicht-gesuche.md ist selbst eine Beilage 3_Zum-Versenden/ winterhilfe/ 2026-09-20_gesuch.pdf Brief, Verzeichnis und Beilagen in dessen Reihenfolge mailtext.md

In stellen.md steht pro Stelle: Name, Sitz, Reichweite, der Beleg, dass sie an Privatpersonen vergibt, ob sie Kostenbeteiligung übernimmt, ob Prämien ausgeschlossen sind, Voraussetzungen, Einreichweg, ob das Formular vorhanden oder nur auf Anfrage erhältlich ist, verlangte Beilagen, Sitzungsrhythmus, wann die Adresse geprüft wurde, Passung, Ausschlussgrund und der Link zur Stelle. Am Schluss eine Empfehlung der Reihenfolge.

Formulare, die nur auf Anfrage kommen, hält Claude getrennt fest — die müssen sofort bestellt werden, die Zustellung dauert.

Wie das Gesuch aufgebaut ist

Ein Grundtext, pro Stelle ein angepasster Einleitungsabsatz und die Beilagenliste. Rund vier Seiten inklusive Beilagenverzeichnis. Der Aufbau, gekürzt:

  1. Briefkopf, Betreff «Gesuch um finanzielle Unterstützung bei …» — Verwendungszweck, keine Diagnose
  2. Bezug auf den Stiftungszweck, ein bis zwei Sätze, die den Zweckartikel wörtlich aufgreifen. Dieser Absatz ist pro Stiftung anders, alles übrige gleich.
  3. Der Antrag in einem Satz: Alter, Zivilstand, Wohnsitz seit wann, Betrag und Posten
  4. Wie es zur finanziellen Lage kam, zwei Absätze, sachlich, ohne Details, die die Stiftung nicht braucht
  5. Einkommen und Vermögen — nennen und einordnen: Budgetfazit mit Fehlbetrag, Kontostand mit Zweckbindung und Restbetrag danach
  6. Schulden vollständig, je eine knappe Zeile, und der ausdrückliche Satz, dass dafür kein Beitrag erbeten wird
  7. Beantragte Unterstützung: nummerierte Posten mit Betrag, Zeitraum, Beleg, Status; Zahlung direkt an den Rechnungssteller erwünscht; [IBAN] als Platzhalter
  8. Weshalb jetzt — was in Gang kommt, wenn der Betrag offen bleibt
  9. Eigene Schritte, als Perspektive, nie als Gegenleistung
  10. Weitere Gesuche mit Ergebnis und Grund, Zusage, Mehrfachzusagen zu melden
  11. Wahrheitserklärung, Unterschrift, Beilagenverzeichnis mit Datum je Position

Angaben zur Gesundheit sind freiwillig. Ein Gesuch braucht keine: Die Stiftung entscheidet über Rechnung, Budget und Belege, und in der Schweiz musst du ihr keine Diagnose nennen. Claude fragt nicht danach. Er erwähnt einmal, dass ein kurzer, allgemeiner Satz der Stiftung ein besseres Bild geben kann, wenn du das möchtest. Fragt ein Formular danach, genügt eine allgemeine Umschreibung. Du entscheidest.

Was ein Gesuch stark macht

Den Zweckartikel wörtlich aufgreifen. Das Einkommen selbst zur Sprache bringen, statt es nur ins Budget zu schreiben. Den Kontostand von sich aus erklären. Eine Absage der vorrangigen Stelle nennen und im Text beantworten. Eine eigene Schwäche selbst benennen — wer das tut, wird beim Rest geglaubt. Anbieten, direkt an den Leistungserbringer zu zahlen.

Was weggehört

Erklärungen des Krankenkassensystems — die Gremien kennen es. Statistiken zum medizinischen Hintergrund. Pathos; es liest sich als Manipulationsversuch. «Der Gesellschaft etwas zurückgeben.» Gegenleistungen wie Freiwilligenarbeit — kein Vergabekriterium, und eine schriftliche Zusage kann einer laufenden Leistung widersprechen. Und derselbe Brief an zwei Stiftungen mit derselben Geschäftsstelle: das fällt auf.

Wo Claude widerspricht

Entscheiden tust aber du. Claude zeigt die betroffene Stelle im Jetzt-Zustand und seinen Vorschlag daneben, begründet kurz — und hält sich danach an deinen Entscheid, auch wenn er gegen seine Empfehlung geht.

Ein Durchlauf

  1. Belege ablegen, Ordner verbinden Du

    Zip entpacken, was du schon hast nach 1_Meine-Unterlagen, Ordner in Cowork verbinden, «Was steht an?». Claude fragt nach Kostenart, Kanton und Lage.

  2. Zahlen festschreiben Claude

    Er liest die Leistungsabrechnung, schreibt kennzahlen.md, prüft das Budget gegen die Policen und meldet, was fehlt oder sich widerspricht. Erst danach entsteht Text.

  3. Vorrangige Stellen abarbeiten Du

    SVA, Winterhilfe, Gemeinde, Steuern, Ratenzahlung. Claude nennt sie mit Frist, du gehst hin oder schreibst; jede Absage kommt mit Grund in den Ordner.

  4. Stellen recherchieren Claude

    Kantonales Verzeichnis, schweizweite Fonds, deine Anknüpfungspunkte. Ergebnis: stellen.md mit Passung und Ausschlussgrund, die Formulare als PDF daneben, und eine empfohlene Reihenfolge.

  5. Grundtext schreiben und kommentieren Claude Du

    Ein Grundtext, den du in Word kommentierst. Zwei bis drei Runden. Steht er, entstehen die Einzelfassungen — pro Stelle nur ein anderer Einleitungsabsatz und die passende Beilagenliste.

  6. Gestaffelt versenden Claude Du

    Erst drei bis vier Stellen. Vor dem Versand prüft Claude, ob alle Dokumente dieselben Beträge und denselben Stichtag zeigen, und ob Adressen und Ansprechpersonen noch stimmen. Du setzt die Platzhalter ein, unterschreibst und schickst ab. Rückmeldungen abwarten, Text nachschärfen, dann der Rest.

Nach dem Versand

uebersicht-gesuche.md führt Stelle, Betrag, Einreichweg, Datum, Frist, Status und Antwort. Mehrere Stiftungen verlangen genau diese Übersicht als Beilage — sie entsteht also nicht nur für dich.

Der Sitzungsrhythmus ist oft quartalsweise, zwei Monate Antwortzeit sind normal. In stand.md hält Claude fest, was terminlich hängt: Formulare, die nur auf Anfrage kommen, die Referenzperson und wie lange sie zuständig bleibt, eine Schweigepflichtentbindung, die verlängert werden muss, das Nachreichen der Schlussrechnung an alle Stellen mit Grundsatzentscheid, und die Prämienverbilligung fürs Folgejahr.

Grenzen. Lokale Töpfe kennt der Sozialdienst, nicht das Internet — viele Fonds nehmen Gesuche ohnehin nur über eine Fachstelle entgegen. Kantonale Regelungen ändern sich; jede Auskunft braucht ein Datum. Und: Eine flüssig formulierte falsche Auskunft wirkt überzeugender als ein ehrliches «weiss ich nicht». Im Zweifel anrufen.