Aufgaben
Krankenkasse wählen
Franchise, Modell und allenfalls die Kasse der Grundversicherung fürs nächste Jahr. Claude rechnet die Varianten durch, zeigt, wie viel du sparen kannst und was sie im guten und im schlechten Jahr kosten, und bereitet bei einem Wechsel die Kündigung samt Fristen vor. Auch wenn du bei der Kasse im Rückstand bist.
Kurzfassung
- Zip: krankenkasse.zip herunterladen. Entpacken, Ordner in Cowork verbinden, «Was steht an?» schreiben.
- Die erste Frage: Gibt es offene Prämien oder Kostenbeteiligungen? Dann ist ein Kassenwechsel gesperrt, Franchise und Modell lassen sich aber trotzdem ändern.
- Du legst hin: die Police dieses Jahres, die Leistungsabrechnungen, den Brief mit der neuen Prämie, allfällige Mahnungen.
- Es entsteht: zuoberst die mögliche Ersparnis in Franken pro Jahr und pro Monat, darunter die Vergleichstabelle mit Empfehlung. Bei einem Wechsel das Kündigungsschreiben und eine Fristenliste, sonst ein Brief an die eigene Kasse.
- Die wichtigste Frist: Die Kündigung muss am 30. November bei der alten Kasse sein. Abschicken bis 15. November, eingeschrieben oder mit A-Post Plus. Bietet deine Kasse es an, geht es auch online.
Zuerst: Bist du im Rückstand?
Das fragt Claude vor allem anderen, denn davon hängt ab, was überhaupt geht. Für viele ist das der Normalfall.
Keine offenen Beträge
Alles ist offen: andere Kasse, anderes Modell, andere Franchise. Claude vergleicht die günstigen Angebote in deiner Region mit deiner heutigen Lösung.
Offene Prämien oder Kostenbeteiligungen
Die Kasse wechseln geht nicht, solange nicht alles bezahlt ist. Franchise und Modell kannst du bei der eigenen Kasse trotzdem auf 1. Januar ändern, und das spart oft schon einiges. Claude bereitet dann keine Kündigung vor, sondern einen Brief an deine Kasse.
Die Sperre beginnt früher, als viele denken. Du giltst schon ab der ersten Mahnung als säumig, nicht erst ab der Betreibung (Art. 64a Abs. 6 KVG, Art. 105l KVV). Für einen Wechsel auf 1. Januar muss alles, was bis 30. November gemahnt ist, bis 31. Dezember vollständig bezahlt sein, mit Zinsen und Betreibungskosten. Eine laufende Ratenzahlung reicht nicht. Kommt das Geld zu spät, bleibst du bei der alten Kasse.
Ein paar Ausnahmen gibt es, und Claude prüft sie anhand deiner Belege: Wer nur für die Kinder im Rückstand ist, darf selbst wechseln. Wer volljährig geworden ist, darf trotz Schulden aus der Kinderzeit wechseln. Und hat der Kanton eine Forderung übernommen und dir das schriftlich mitgeteilt, zählt sie nicht mehr.
Ob und wie viel offen ist, liest Claude aus Mahnungen, Betreibungsurkunden und Kontoauszügen der Kasse, nicht aus der Erinnerung. Ist es unklar, brauchst du eine schriftliche Saldoauskunft deiner Kasse.
Keine neuen Schulden. Wer schon im Rückstand ist, sollte keine hohe Franchise wählen, nur weil die Prämie tiefer ist. Kannst du eine Arztrechnung dann nicht bezahlen, ist das ein neuer Rückstand, und die Sperre verlängert sich. Claude sagt das, wenn es dich betrifft.
Was Claude am Anfang fragt
Nur, was nicht schon in deinen Unterlagen steht. Die Police gilt mehr als die Erinnerung.
- Wohnort mit Postleitzahl, denn die Prämie hängt von der Region ab
- Jahrgang: Kinder, junge Erwachsene (19–25) und Erwachsene zahlen verschiedene Prämien
- Heutige Kasse, Modell, Franchise, mit oder ohne Unfall
- Dein Hausarzt oder deine HMO-Praxis
- Was du im nächsten Jahr an Kosten erwartest, als Betrag. Die Leistungsabrechnungen dieses Jahres sind der beste Anhaltspunkt. Wofür die Kosten anfallen, musst du nicht sagen.
- Ob du Zusatzversicherungen hast und ob du auch sie wechseln möchtest
- Ob du mindestens 8 Stunden pro Woche beim selben Arbeitgeber arbeitest. Dann bist du dort gegen Unfall versichert und brauchst die Unfalldeckung bei der Krankenkasse nicht.
- Ob du Sozialhilfe oder Ergänzungsleistungen beziehst. Diese Stellen haben eigene Vorgaben zur Prämie, je nach Kanton und Gemeinde verschieden, und die gehen vor.
Die Aufgabe gilt für alle Kantone. Was kantonal verschieden ist, schlägt Claude für deinen Wohnkanton nach und schreibt die Quelle mit Datum dazu.
Womit gerechnet wird
| Erwachsene und junge Erwachsene | Kinder bis 18 | |
|---|---|---|
| Franchisen | 300, 500, 1000, 1500, 2000, 2500 | 0, 100, 200, 300, 400, 500, 600 |
| Selbstbehalt | 10 %, höchstens CHF 700 im Jahr | 10 %, höchstens CHF 350 im Jahr |
| Spital | CHF 15 pro Tag, bei allen Varianten gleich | |
Die Jahreskosten sind: Prämie mal zwölf, plus die Franchise, soweit Kosten anfallen, plus 10 Prozent der Kosten darüber, höchstens 700 Franken. Claude rechnet das für jede Kombination in drei Fällen: kaum Kosten, erwartete Kosten und ein schlechtes Jahr, in dem Franchise und Selbstbehalt ganz anfallen. Der dritte Fall zeigt, was du im Ernstfall aufbringen musst.
Die Prämien kommen aus dem Prämienrechner des Bundes, priminfo.admin.ch, nicht aus Vergleichsportalen allein. Dort stehen alle Kassen, und niemand verdient an der Vermittlung.
Der Rabatt einer hohen Franchise ist nicht überall gleich. Das Gesetz legt nur eine Obergrenze fest; viele Kassen geben weniger. Claude weist darum den tatsächlichen Rabatt aus und rechnet, ab welchen Kosten die tiefere Franchise günstiger ist. Bei regelmässigen Kosten über rund 2000 Franken im Jahr ist das meist die Franchise 300.
Die Bundesbehörden wollen die tiefste Franchise auf 400 Franken erhöhen. Für 2027 gilt nach heutigem Stand noch 300. Claude prüft das vor dem Versand nach.
Hausarzt und HMO
Die günstigeren Modelle binden dich an eine Praxis oder an einen Anruf vor dem Arztbesuch. Nicht jede Kasse anerkennt jede Praxis. Claude schaut in der Ärzteliste der Kasse nach, ob deine Praxis dabei ist. Ist sie es nicht, steht das als Befund in der Tabelle, nicht als Empfehlung. Dann entscheidest du: Praxis wechseln oder ein anderes Modell.
Wer die Regeln des Modells bricht, etwa ohne Überweisung zum Spezialisten geht, riskiert, dass die Kasse nicht zahlt. Wer viele verschiedene Fachpersonen braucht, fährt mit einem Modell oft schlechter, als die Prämie vermuten lässt.
Zusatzversicherung
Die Aufgabe ist für die Grundversicherung gebaut. Bei der Zusatzversicherung kann Claude helfen, aber nicht gleich verlässlich vergleichen, und das hat einen Grund:
Grundversicherung
Die Leistungen sind gesetzlich festgelegt und bei allen Kassen gleich. Verglichen wird nur der Preis.
Zusatzversicherung
Jede Kasse bestimmt selbst, was versichert ist. Verglichen werden muss vor allem, was du bekommst, erst dann, was es kostet. Günstiger heisst oft: weniger Leistung.
Claude fragt dich am Anfang, ob du auch die Zusatzversicherung wechseln möchtest. Sagst du nein oder bist du unsicher, bleibt sie, wo sie ist.
- Grundversicherung wechseln, Zusatzversicherung behalten, das ist der Normalfall. Die alte Kasse darf dich nicht zwingen, sie mitzukündigen, und sie darf sie deswegen auch nicht selbst kündigen. Ordentlich kündigen kannst überhaupt nur du, nicht die Kasse. Diesen Schutz gibst du nicht leichtfertig auf.
- Zwei Kassen heisst zwei Rechnungen und zwei Abrechnungen. Claude stellt das neben die Ersparnis, damit du beides abwägen kannst. In die ausgewiesene Ersparnis rechnet er die Zusatzversicherung nicht ein.
Willst du die Zusatzversicherung auch wechseln, sei vorsichtig. Claude legt dir die Leistungen nach den Versicherungsbedingungen beider Kassen Zeile für Zeile nebeneinander, in einer eigenen Datei zusatzversicherung.md. Das ist eine Hilfe zum Lesen, kein verlässlicher Vergleich: Die Angaben musst du selbst genau prüfen oder von einer Fachperson prüfen lassen, etwa der Sozialberatung oder einer unabhängigen Versicherungsberatung. Was in den Bedingungen nicht eindeutig steht, bleibt als offene Frage stehen. Die neue Kasse darf dich ablehnen oder Vorbehalte machen und stellt Gesundheitsfragen; ab einem gewissen Alter oder mit Vorerkrankungen bekommst du vielleicht nirgends mehr eine. Gekündigt wird darum erst mit der schriftlichen Aufnahme ohne Vorbehalte. Die Fristen sind andere als bei der Grundversicherung, oft der 30. September; massgebend sind deine Police und die Bedingungen.
Was entsteht
Zuerst die Ersparnis. Ganz oben in vergleich.md steht, was du nächstes Jahr bezahlst, wenn du nichts änderst, was die empfohlene Variante kostet und wie viel du damit sparst, in Franken pro Jahr und pro Monat. Darunter, woher die Ersparnis kommt: Franchise, Modell, Kassenwechsel, Unfalldeckung, je einzeln. So siehst du auch, was ohne Wechsel möglich ist. Mit dieser Zahl beginnt Claude auch im Chat.
Gerechnet wird gegen die neue Prämie deiner heutigen Kasse, nicht gegen die alte. Sonst zeigt die Zahl nur den Prämienaufschlag. Eine Grenze, unter der eine Ersparnis nicht zählt, gibt es nicht: Auch 100 Franken im Jahr sind Geld. Claude nennt die Zahl, wie sie ist, und daneben, was die Variante an Aufwand mit sich bringt. Abwägen tust du. Gibt es gar keine Ersparnis, steht auch das da. Bist du im Rückstand, zeigt der Block die Ersparnis bei deiner eigenen Kasse und getrennt davon, was ein Wechsel nach dem Bezahlen der Rückstände zusätzlich brächte.
Darunter stehen zwei Übersichten:
Jahreskosten pro Franchise
Eine Zeile je Franchise: Prämie, tatsächlicher Rabatt und was ein Jahr kostet, wenn du kaum Kosten hast, wenn es kommt wie erwartet und im schlechten Jahr. Dazu, ab welchen Kosten die tiefere Franchise günstiger ist, und was jede Stufe gegenüber heute spart. Einmal für deine heutige Kasse, einmal für die günstigste im gewünschten Modell.
Kassen im Vergleich
Die fünf bis sechs günstigsten Kassen und deine heutige, je mit der passenden Franchise: Jahreskosten, Unterschied zu heute in Franken, ob deine Praxis anerkannt ist. Deine heutige Kasse steht immer drin, auch wenn sie teuer ist: Sie ist der Vergleichspunkt.
Darunter steht die Empfehlung in wenigen Sätzen: wie viel sie gegenüber heute spart, was du dafür in Kauf nimmst und die zweitbeste Variante mit dem Unterschied in Franken.
Du wählst, im Chat, in zwei Schritten: erst die Franchise, dann Kasse und Modell. Du bist nicht auf die Liste beschränkt. Nennst du eine andere Kasse, rechnet Claude sie nach und nimmt sie auf. Auch Bleiben ist eine Wahl. Bist du im Rückstand, gibt es nur die erste Übersicht, für die Modelle deiner eigenen Kasse.
Die Briefe folgen den Musterbriefen des Bundes. Offen bleiben [NAME], [ADRESSE], [GEBURTSDATUM] und [VERSICHERTENNUMMER]. Die setzt du am Schluss auf deinem Computer ein, siehe Platzhalter einsetzen. Keine AHV-Nummer, keine IBAN: Eine Kündigung braucht beides nicht.
Online statt Brief: Manche Kassen nehmen eine Franchise- oder Modelländerung im Kundenportal oder per Online-Formular entgegen, einzelne auch die Kündigung. Claude schaut nach, ob deine Kasse das anbietet, und fragt dich, welchen Weg du willst. Online braucht es keinen Brief, aber eine Eingangsbestätigung der Kasse. Die legst du als PDF in 1_Meine-Unterlagen. Eine einfache Mail ohne Bestätigung reicht nicht.
Die Anmeldung bei der neuen Kasse machst du selbst, meist online. Claude schreibt dir auf, was du dafür brauchst: Kasse, Modell, Franchise, Unfall ja oder nein, deine Praxis und die Police der alten Kasse.
Die Fristen
| Was | Bis |
|---|---|
| Deine Kasse teilt die neue Prämie mit | 31. Oktober |
| Kündigung abschicken, eingeschrieben oder A-Post Plus, oder online mit Bestätigung | 15. November (Empfehlung des Bundes) |
| Kündigung ist bei der alten Kasse angekommen | 30. November |
| Franchise oder Modell bei der eigenen Kasse ändern, per Brief oder online | 15. November |
| Anmeldung bei der neuen Kasse | gleich mit der Kündigung, spätestens 15. Dezember |
| Alle gemahnten Rückstände bezahlt, falls es welche gibt | 31. Dezember |
Gewechselt ist erst, wenn die neue Kasse es der alten gemeldet hat. Bis dahin bleibst du bei der alten versichert, ohne Lücke und ohne doppelte Prämie. Die Bestätigung der Kündigung und die neue Police gehören in deinen Ordner; fehlt eine davon im Januar, meldet Claude das. Die alte Police bewahrst du auf, sie ist der Nachweis, wo du wann versichert warst.
Wo Claude widerspricht
- Wenn ein Wechsel geplant ist, obwohl etwas offen ist. Er zeigt, was bezahlt sein müsste und bis wann, und rechnet den Weg ohne Wechsel daneben.
- Bei einer Franchise, die du im Ernstfall nicht zahlen kannst. Die tiefere Prämie hilft nichts, wenn daraus eine offene Rechnung wird.
- Wenn deine Praxis im gewünschten Modell nicht anerkannt ist. Das steht als Befund da, nicht versteckt in einer Fussnote.
- Bei der Zusatzversicherung. Er schlägt von sich aus keinen Wechsel vor und sagt dir, dass die Aufgabe dafür nicht ausgelegt ist. Willst du sie wechseln, wird erst gekündigt, wenn die neue Kasse dich schriftlich und ohne Vorbehalte aufgenommen hat.
- Bei geschätzten Zahlen. Deine Kosten nimmt er aus den Leistungsabrechnungen, die Prämien aus dem Rechner des Bundes, jeweils mit Datum.
Ein Durchlauf
-
Unterlagen hinlegen, ein Satz Du
Police, Leistungsabrechnungen, allfällige Mahnungen und, sobald er da ist, den Brief mit der neuen Prämie in
1_Meine-Unterlagen. Ordner verbinden, «Was steht an?». -
Die Weiche klären Claude
Er fragt nach offenen Beträgen und liest die Belege. Danach ist klar, ob ein Kassenwechsel in Frage kommt oder nur Franchise und Modell.
-
Prämien holen und rechnen Claude
Aus dem Prämienrechner des Bundes, für deine Region und deinen Jahrgang. Dann die Jahreskosten pro Franchise in drei Szenarien, der tatsächliche Rabatt, der Kassenvergleich und die Prüfung deiner Praxis. Das Ergebnis steht in
vergleich.md. -
Entscheiden Du
Du liest die beiden Übersichten und die Empfehlung und wählst im Chat erst die Franchise, dann die Kasse und das Modell. Auch wenn es nicht die günstigste Zeile ist: Claude hält sich an deinen Entscheid.
-
Brief und Fristen Claude
Die Kündigung oder der Brief an deine Kasse als
.docx, dazu die Fristenliste. Du kommentierst in Word, bis es stimmt. -
Versenden und anmelden Du
Auf deine Freigabe legt Claude das PDF nach
3_Zum-Versenden. Du setzt die Platzhalter ein, schickst bis 15. November eingeschrieben ab und meldest dich bei der neuen Kasse an. Bietet deine Kasse es online an, erledigst du es dort und legst die Bestätigung in1_Meine-Unterlagen.
Beim nächsten Mal
Ordner verbinden, «Was steht an?». Claude nennt, was offen ist: ob die Bestätigung der Kündigung da ist, ob die neue Police stimmt, ob die Prämienverbilligung bei der neuen Kasse angekommen ist. Im Herbst darauf beginnt die Rechnung mit den neuen Prämien von vorne, aber mit den Zahlen dieses Jahres als Grundlage.
Grenzen. Claude rechnet und zeigt Varianten, entscheidet aber nichts für dich und reicht nichts ein. Das ist keine Finanz- oder Rechtsberatung. Bei Betreibungen hilft eine Schuldenberatung, und was Sozialhilfe oder Ergänzungsleistungen übernehmen, sagt nur die zuständige Stelle.